Jetzt ist Zusammenarbeit gefordert! Bahnbranche startet Programm zur Personalgewinnung

Zugbegleiterin mit Fahrgästen am Aachener Hauptbahnhof
Jetzt ist Zusammenarbeit gefordert! Bahnbranche startet Programm zur Personalgewinnung.

Fokus Bahn, so heißt das Programm, mit dem das Land NRW, die Aufgabenträger sowie die Eisenbahnverkehrsunternehmen die Personalsituation im Schienenpersonennahverkehr verbessern wollen.

Im Vordergrund steht der Personalmangel: Für die dreijährige Berufsausbildung der Lokführer (Eisenbahner im Betriebsdienst) oder auch für eine neun- bis zwölfmonatige Umschulung, die Quereinsteiger qualifiziert, trägt das jeweilige Eisenbahnunternehmen die Kosten. Um zu verhindern, dass Unternehmen aus Angst vor Abwerbeversuchen der Mitbewerber weniger Personal ausbilden, unterzeichneten die Geschäftsführer der Bahnunternehmen in NRW eine Selbstverpflichtung zur Erstattung von Ausbildungskosten untereinander.  Mit ihren Unterschriften unter den Vertrag über die Ausbildungskostenerstattung bekräftigten die NRW-Bahnunternehmen ihr gemeinsames Engagement zur Fachkräfteausbildung und setzten ein starkes Zeichen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bei der Ansprache neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten die Bahnunternehmen in NRW –  Abellio Rail NRW, DB Regio NRW, KEOLIS Deutschland - eurobahn, National Express, NordWestBahn, Regiobahn, Rurtalbahn, VIAS Rail und WestfalenBahn – eng zusammen und haben unter anderem mit der „Jobparade“ eine gemeinsame Arbeitgeber-Kampagne ins Leben gerufen, denn der Fachkräftemangel trifft nicht nur einzelne Unternehmen, sondern das gesamte System Bahn. Die „Jobparade“ wirde durch Guildo Horn als Testimonial unterstützt.

Personalmangel betrifft alle Bahnunternehmen in NRW und bundesweit

Alle Bahnunternehmen in NRW suchen zurzeit händeringend Personal, insbesondere Lokführer, Zugbegleiter oder Kundenbetreuer. Ein Grund dafür ist der demografische Wandel. Das Durchschnittsalter der Lokführer liegt bei über 50 Jahren. Allein durch den Ausstieg der rentennahen Jahrgänge werden mittelfristig hunderte neuer Mitarbeiter gebraucht.

Den Personalmangel spüren inzwischen auch die Fahrgäste: Landesweit müssen immer häufiger ganze Zugverbindungen ausfallen, weil Lokführer oder Zugbegleiter erkrankt sind. Wie die Vertreter der Aufgabenträger für den SPNV, Heiko Sedlaczek für den Nahverkehr Rheinland (NVR), Joachim Künzel für den Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Ronald R. F. Lünser für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), übereinstimmend betonten, werden die „eigenverschuldeten Zugausfälle“ nicht vergütet. „Für die Unternehmen ist es also weder zielführend noch wirtschaftlich, Personalressourcen bewusst knapp zu kalkulieren und Zugausfälle in Kauf zu nehmen“, so Sedlaczek.

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